„Ich (68) habe meiner Tochter nie erklärt, wie Geld funktioniert. Mit 25 hat ihr die Bank die Antwort verkauft: für 10.296 Euro. Mein Enkel (6) bekommt statt Umschlag-Geld den Bären von Seite 20 eines Kinderbuchs.“
„Das lass mal meine Sorge sein“, habe ich meiner Tochter hundertmal gesagt. Dann hörte ich mich denselben Satz zu meinem Enkel sagen.

„Oma, warum zählst du das?“
Leo sitzt auf meiner Eckbank und lässt die Beine baumeln. Sonntag, halb neun. Ich habe mein Portemonnaie auf den Küchentisch geschüttet, gleich wollen wir zum Bäcker.
„Ich gucke, ob es für die Brötchen reicht, Spatz.“
Er runzelt die Stirn. Sechs Jahre alt, und er schaut mich an, als käme ich vom Mond.
„Mama zählt nie. Mama hält einfach die Karte hin. Die Karte macht doch das Geld.“

Ich lache. Und dann höre ich mich sagen:
„Das lass mal meine Sorge sein, Spatz.“
Mir wird kalt. Mitten im Lachen.
Diesen Satz kenne ich. Ich habe ihn schon einmal gesagt. Nicht nur einmal. Hundertmal. Am selben Küchentisch, zu meiner Tochter Katrin.
Und Katrin hat dafür bezahlt. 72 Monate lang. 143 Euro im Monat.
Ich heiße Gisela, bin 68 und seit vier Jahren Witwe. 31 Jahre lang habe ich im Sekretariat einer Grundschule gearbeitet. Wie Geld funktioniert, hat den Kindern dort keiner erklärt. Mir auch nicht. Und meinen eigenen Kindern habe ich es nie erklärt.
Kein schöner Satz für eine Oma. Aber viele Frauen in meinem Alter tragen ihn in sich. Deshalb schreibe ich das auf.

Ich wusste alles über Geld. Ich habe es nur nie ausgesprochen.
Vierzig Jahre lang habe ich jeden Abend das Haushaltsbuch geführt. Jede Mark, später jeden Euro. Milch, Strom, die Rate fürs Auto.
Katrin saß oft daneben. Fünf Jahre alt, Zöpfe, das Kinn auf der Tischkante.
„Mama, was schreibst du da?“
„Das lass mal meine Sorge sein.“
Und ich habe das Buch zugeklappt.

Bei meinen Eltern lag das Geld in einer Blechdose im Kleiderschrank, und an die Dose ging nur mein Vater. Über Geld sprach man nicht.
Ich dachte, ich beschütze sie. Sorgen sind was für Erwachsene.
Aber ich habe ihr nicht die Sorgen erspart. Ich habe ihr die Antwort erspart. Die hat ihr später die Bank verkauft.
„Mama, heute ist die letzte Rate abgegangen.“
Mit 19 ist Katrin zur Ausbildung nach Osnabrück gezogen. Eigene Wohnung, eigenes Konto. Und ein Dispo, von dem ihr keiner gesagt hat, dass er kein Geld ist.
Erst der Handyvertrag. Dann das Sofa auf Raten. Dann ein gebrauchter Polo, weil morgens um sechs kein Bus fuhr. Mit 25 hatte sie über 8.000 Euro Schulden. Die Bank hat alles in einen Kredit gepackt: 72 Raten à 143 Euro.

Ich habe davon nichts gewusst. Sechs Jahre lang nichts.
Erfahren habe ich es an Heiligabend vor zehn Jahren. Katrin stand in meiner Küche, ein Glas Sekt in der Hand, und sagte ganz ruhig:
„Mama, heute ist die letzte Rate abgegangen.“
„Welche Rate?“
Dann hat sie alles erzählt. Am Ende hat sie mich angesehen. Nicht böse. Müde.
„Ihr habt nie über Geld geredet. Ich wusste nicht mal, was ein Dispo ist, bis ich drinsteckte.“

72 mal 143 Euro. Das sind 10.296 Euro. Lehrgeld für eine Antwort, die ich ihr am Küchentisch umsonst hätte geben können.
Seitdem trage ich ihren Satz mit mir herum. Zehn Jahre lang. Bis Leo mit seiner Karte kam.
Dreimal habe ich es bei Leo falsch gemacht
Erst habe ich gemacht, was Omas so machen.
Der Schein im Umschlag. Letztes Weihnachten habe ich Leo 50 Euro geschenkt, in einer Karte mit Rentier. „Für was Schönes.“ Nach sechs Tagen war der Schein weg: Pokémon-Karten und eine Tüte Gummizeug vom Kiosk. Gefragt, woher das Geld kam, hat er nie. Für ihn kam es wieder aus einer Karte. Diesmal aus einer mit Rentier.

Das Sparbuch. Seit seiner Taufe zahle ich jeden Monat 20 Euro ein. Leo hat dieses Sparbuch nie gesehen. Für ihn ist es ein Gerücht.
Das Spielzeug. Das ferngesteuerte Auto vom Geburtstag lag im Januar im Keller. Plastik, Batterien, Ecke. Ich war die Oma mit den Geschenken. Mehr nicht.


Dann habe ich es selbst versucht. Am Sonntag nach den Brötchen habe ich mich zu ihm gesetzt: „Also, Leo. Die Karte macht kein Geld. Das Geld kommt von der Arbeit, und …“
Nach 40 Sekunden fragte er, ob er wieder Lego spielen darf.
Ich habe es ihm nicht übel genommen. Ich hätte mir auch nicht zugehört.
Warum mein Vortrag scheitern MUSSTE

„Die Karte macht das Geld.“ Das ist kein dummer Satz. Das ist Leos Theorie, gebaut aus dem, was er sieht: Mama hält die Karte hin, es piept, die Tüte gehört uns.
Forscher beschreiben das seit den Fünfzigerjahren: Kinder bauen sich ihre eigene Theorie über Geld. Logisch. Und falsch.
So eine Theorie stirbt nicht, wenn Oma sie korrigiert. Ein Kind glaubt, was es erlebt. Seine Theorie ändert sich erst, wenn sie an etwas ZERBRICHT.
Katrins ist mit 25 zerbrochen. An einem Kontoauszug.
Ich wollte, dass Leos Theorie woanders zerbricht. Irgendwo, wo es keine 10.296 Euro kostet.
Bei Hannelore stand die Antwort im Regal
Ein paar Tage später, Kaffee bei Hannelore vom Seniorenturnen. Drei Enkel, alle in Hamm.
In ihrem Wohnzimmerregal, zwischen Fotoalben und Pilcher-Romanen, stand ein Schuber mit fünf Büchern.

„Die lesen meine Enkel mit mir“, sagte Hannelore. „Freiwillig. Über Geld.“
Ich las die Titel. Meine Tasse klirrte auf der Untertasse.
Woher kommt das Geld? Wie verdient man Geld? Was ist Sparen? Was sind Ausgaben? Warum ändern sich die Preise?
Das waren keine Buchtitel. Das waren Katrins Fragen. Jede einzelne. Und auf jede hatte ich damals dieselbe Antwort.
Band 1 stellte genau die Frage, an der ich am Sonntag gescheitert war.
„Herr Fuchs kauft Brezeln. Ganz ohne Münzen? Nur mit Karte. Piep! ‚Zaubert der etwa?‘“
„‚Nein‘, sagt Opa Bär. ‚Das Geld reist unsichtbar zum Bäcker. Und verdient ist es genauso.‘“

Die Reihe heißt „Meine erste Wirtschaft“: fünf Bände im Schuber, für Kinder von 4 bis 10. Darin wohnen eine Elster, Biber Bo, ein Eichhörnchen, ein Fuchs und Bär Bruno. Bezahlt wird in Talern. Kein Unterricht. Geschichten.
Zu Hause habe ich nachgesehen: über 25.000 Bestellungen. Ich war nicht die einzige Oma mit einer Antwort nachzuholen.
→ Hier sehen Sie die fünf Bücher aus Hannelores Regal
Noch am selben Abend habe ich bestellt. Mit 68, am Handy, allein. Als das Paket kam, stellte ich den Schuber in den Schrank, für Leos Woche bei mir.

Was der Bär kann und ich nicht konnte
Was diese Bücher anders machen als jeder Vortrag, passiert in vier Schritten. Ich nenne es den Bruno-Moment.
1. Ein Tier glaubt, was Ihr Enkel glaubt. Bär Bruno hat gut verdient. Gleiche Taler, gleiche Sachen, denkt er. Wie jedes Kind.
2. Die Welt widerspricht, in Talern statt Euro. Bruno will Bos große Leiter kaufen. Im Herbst kostete sie vier Taler. Jetzt fünf.
3. Nicht das Kind wird korrigiert. Der Bär staunt. Keiner sagt „falsch“. Ihr Enkel sieht zu, wie Brunos Theorie zerbricht, und merkt: Das ist ja meine.
4. Das Kind fragt. Und Oma hat endlich ihren Satz. Sie müssen nichts erklären. Sie müssen nur sitzen bleiben.

- 1Bruno glaubt: gleiche Taler, gleiche Leiter
- 2Die Leiter kostet jetzt 5 statt 4 Taler
- 3Bruno staunt, das Kind wird nicht korrigiert
- 4Das Kind fragt: Warum?

Freitagabend. Band 5. Seite 20.
Kurz danach hat Leo eine Woche bei mir geschlafen, Katrin war auf Fortbildung. Jeden Abend ein Band. Montag Band 1, Freitag Band 5.
Am Mittwoch wollte er wissen, woher ICH mein Geld habe. Diesmal habe ich das Buch nicht zugeklappt.
Am Freitag habe ich Seite 20 vorgelesen:
„Bruno hat gut verdient. Er will Bos große Leiter kaufen. Im Herbst kostete sie vier Taler.“
„Jetzt kostet sie fünf! ‚Dieselben Taler und trotzdem reichen sie nicht mehr', staunt Bruno.“

Leo hat nichts gesagt. So lange, dass ich mich rübergebeugt habe, um zu sehen, ob er eingeschlafen ist.
Er war wach. Er hat auf die Leiter gestarrt.
„Oma, das ist gemein. Bruno hat doch genauso viele Taler.“
„Ja.“
„Und warum reicht es dann nicht?“
Da habe ich zum ersten Mal in 68 Jahren mit einem Kind über Geld geredet, das zuhören wollte. Dass ein Brausepulver früher einen Groschen gekostet hat. Dass ich mein erstes Gehalt in einer Lohntüte bekommen habe. Dass Opa und ich für unseren ersten Fernseher zwei Jahre gespart haben.
Es hat sich nicht angefühlt wie eine Beichte. Eher wie Plätzchen backen.
Leo ist mit Band 5 unterm Arm eingeschlafen.

Die Antwort, die Ihre Kinder nie bekommen haben. Diesmal für Ihr Enkelkind.
Jetzt „Meine erste Wirtschaft“ ansehenWas Leo am nächsten Morgen seiner Mutter erklärt hat
Am Samstag hat Katrin ihn abgeholt. Sie stand noch im Mantel im Flur, da hielt Leo ihr schon den Schuber hin.
„Mama, weißt du, warum die Leiter jetzt fünf Taler kostet?“
Katrin lachte. „Nein, Schatz. Warum denn?“
Und dann hat mein Enkel, sechs Jahre alt, seiner Mutter erklärt, warum dieselben Taler manchmal nicht mehr reichen. Mit seinen Worten, halb verschluckt, mit erhobenem Zeigefinger.

Katrin hat nicht mehr gelacht. Sie hat mich über seinen Kopf hinweg angesehen und sich dann weggedreht, als suche sie ihren Autoschlüssel.
Aus dem Auto kam eine Nachricht. Ich habe sie gespeichert:
„Mama, das hätte ich mit sechs auch gebraucht.“
Ich habe am Küchentisch gesessen und geweint. Nicht aus Traurigkeit. Diesmal nicht.
Gleiche Familie. Gleiche Frage. Katrin hat ihre Antwort mit 25 bekommen, von der Bank, für 10.296 Euro. Leo hat seine mit 6 bekommen, von einem Bären, auf Omas Sofa.
Aus den Antworten anderer Großeltern an den Verlag:
„Bin 2fache Oma und mein Großer, Finn (9), kommt jeden Dienstag nach der Schule zum Mittagessen zu mir und seit dem Sommer liegt danach ein Band auf dem Tisch und nicht sein Tablet.. Letzte Woche stand er noch in der Jacke in der Küche und sagte ‚Oma weißt du, daß Sachen teurer werden wenn es nur noch wenig davon gibt?‘ und ich hab erlich gesagt erst mal gar nichts gesagt, weil ich mir das mit 71 so noch nie überlegt hatte. Da lern ich selber noch was!! Früher gabs von mir zum Geburtstag einen Umschlag und der ging gleich an seine Mutter, für später. An den Umschlag erinnert er sich nicht. An den Bären schon.“
„Opa von dreien hier. Meine Frau hat mir den Schuber auf den Tisch gestellt und gesagt ‚Geld erklären konntest du schon unseren Jungs nicht, also lies wenigstens das vor‘. Recht hat sie. Seitdem muß ich jeden Samstag wenn die Lütte bei uns schläft einen Band lesen und beim Bären brummen sonst gilt es nicht, O-Ton Lotta: ‚Opa, du musst brummen!‘ Beim Bären mit den Talern fragt sie jedes Mal warum und dann sitzen wir da.. Für 59,99 krieg ich heute nicht mal das Auto voll. Das hier hält länger.“

Was Sie erwarten können
- Abend 1: Ihr Enkel zählt vor allem die Tiere. Sie denken: noch ein Geschenk für die Ecke.
- Abend 2 und 3: Die Fragen kommen zurück. Ihr Enkel will wissen, woher SIE Ihr Geld haben.
- Der Bruno-Abend: Es wird still. Dann kommt das „Warum?“.
- Drei Wochen später: Ihr Enkel holt sich den Schuber selbst.
Das ferngesteuerte Auto lag im Januar im Keller. Diesen Schuber schlägt Ihr Enkel im März noch auf.
Was im Schuber steckt



- „Meine erste Wirtschaft“: 5 Bände im Schuber, für Kinder von 4 bis 10
- Fünf Bände, fünf Kinderfragen: von „Woher kommt das Geld?“ bis „Warum ändern sich die Preise?“
- Mit Elster, Biber Bo, Eichhörnchen, Fuchs und Bär Bruno. Bezahlt wird in Talern.
- Ein Band, ein Vorleseabend
- 59,99 € für alle fünf, rund 12 € pro Buch, versandkostenfrei in Deutschland
Kein Bildschirm. Keine Batterien. Kein Piepen.
„Ist das nicht zu früh?“
Ich wohne weit weg. Dann geht der Schuber direkt zu Ihren Enkeln, die Lieferadresse wählen Sie bei der Bestellung. Band 5 heben Sie sich für Ihren Besuch auf.

Zu früh? Leo hat mit sechs gefragt, Katrin mit fünf. Die Frage kommt nicht zu früh. Zu spät war bei uns immer nur die Antwort.
Mein Enkel ist schon neun. Das Set ist für Kinder bis 10. Und die Frage aus Band 5, warum sich Preise ändern, stellen Neunjährige erst recht.
Mögen das die Eltern? Katrin hat den Schuber gesehen und gesagt: „Bücher. Über Geld. Mama, endlich mal kein Plastik.“ Sagen Sie Ihrer Tochter einfach: Die hättest du dir mit fünf auch gewünscht.

Ich habe vier Enkel. Ein Schuber pro Kinderzimmer. Jedes Kind fragt, wann es fragt, nicht wann der Cousin fragt.
59,99 € sind viel. Mein Rentier-Schein war 50 Euro und nach sechs Tagen weg. Die fünf Bücher stehen noch da, wenn das nächste Kind fragt.
Wenn Leo 25 ist, bin ich 87
Wenn Leo 25 ist, bin ich 87. Wenn ich dann noch da bin.
Ich sitze nicht neben ihm, wenn auf seinem Handy „Jetzt kaufen, später zahlen“ aufleuchtet. Nicht, wenn sich der Dispo zum ersten Mal anfühlt wie Geld.


Da sitzt nur die Bank. Und die erklärt nicht freundlich. Die erklärt mit Zinsen.
Dieses Weihnachten haben Sie zwei Wege.
Weg 1: der Schein im Umschlag, das Plastikding für den Keller. Die Antwort bleibt vertagt, bis die Bank sie verkauft. Nur wissen Sie es diesmal vorher.
Weg 2: Unter dem Baum liegt ein Schuber. Beim nächsten Besuch sitzt Ihr Enkel neben Ihnen und wartet auf Bruno.
Katrins Antwort hat 10.296 Euro gekostet. Leos 59,99 €.

Ich habe gleich ein zweites Set bestellt, für Mila (4), die Tochter meines Sohnes. Es liegt eingepackt im Schrank, neben dem Umschlag, den ich dieses Jahr nicht brauche.
Bestellen Sie bis 16.12., damit der Schuber vor Heiligabend da ist.
→ Direkt zu den Enkeln schicken: Lieferadresse bei der Bestellung frei wählen
Aus den Antworten anderer Großeltern an den Verlag:
„Bin 2fache Oma und meine beiden wohnen in Kiel und ich in Passau, das sind gut 900 km da ist man halt die Oma vom Telefon.. Zum Geburtstag hab ich immer Geld überwiesen und das war dann eine Zeile auf dem Konto von meinem Sohn, davon hat der Zwerg garnichts mitbekommen. Diesmal hab ich den Schuber direkt nach Kiel schicken lassen. Seitdem ist jeden Sonntag um fünf Videoanruf und Paul (7) hält mir die Seiten vor die Kamera, ‚Oma warte, jetzt kommt der Bär!!‘ Am Telefon bin ich jetzt die Oma von den Büchern.“

Von Oma zu Oma
Ich habe mein Haushaltsbuch zugeklappt, wenn meine Tochter fragte. Dieses Jahr habe ich ein Buch aufgeschlagen.
Ihr Enkel fragt schon. Diesmal klappen Sie nicht zu.
Ihre Gisela